Software-Konfigurationsmanagement in der Luftfahrt - Einfach mal so nebenbei erledigen?

May 13, 2015

Kennen Sie die folgende Situation? Ein Software Projekt wird neu gestartet und die einzelnen Aufgaben werden im Projektteam verteilt. Irgendwann sind (fast) alle Rollen vergeben, allerdings hat niemand an das Konfigurationsmanagement gedacht. Diese Rolle wird dann noch schnell dem Projektleiter zugeteilt. Denn dieser hat (so die Annahme) sowieso nicht viel zu tun und kann den Job noch leicht nebenbei erledigen.

 

Meist läuft das Projekt dann auch für recht lange Zeit gut, obwohl der Projektleiter im Alltagsgeschäft nicht viel Zeit findet, sich um das Konfigurationsmanagement zu kümmern. 

 

Je komplexer und umfangreicher das Projekt ist, desto eher beginnt nun eine Phase in der die Beteiligten realisieren, dass das Projekt ohne Konfigurationsmanager zunehmend schwieriger zu steuern ist. Immer häufiger treten Probleme auf. Beispielsweise bei der Zuordnung von Tests zur Software. 

 

Oft bin ich während meiner Projektarbeit in solche Situation gekommen. Einfach weil dem Konfigurationsmanagement zu wenig Bedeutung zugemessen wird. 

 

Als Testmanager weiß ich, dass die meisten Schwierigkeiten vor allem in der Testingphase eines Projektes auftreten. Wenn kein klares Konfigurationsmanagement definiert wurde kommt es oft dazu, dass die Requirements nicht richtig zu den Tests und der Software passen. Selbst bei den Planungsdokumenten finden sich immer wieder Inkonsistenzen.

 

Wenn im Projekt dann der Zeitpunkt näherrückt an dem das Projektteam und der Projektleiter realisieren, dass das Projekt außer Kontrolle zu geraten droht, geht es nicht mehr nur um Kleinigkeiten. Gerade in sicherheitskritischen Branchen, in denen exakte und akkurate Arbeit lebenswichtig ist, sollte man solche Probleme und Verzögerungen vermeiden und die Rolle des Konfigurationsmanagers ernst nehmen.

 

Denn sobald ein Projektleiter merkt, dass die Aufgabe von ihm „so nebenbei“ nicht zu erledigen ist, ist es meist schon fast zu spät und die Projektfolgekosten steigen ins Unermessliche.

 

 

Ich möchte dies noch weiter ausführen und deutlicher machen: 

 

Gesetzt den Fall, dass man nicht von Beginn an einen Konfigurationsmanager eingeplant hat, ist es zu diesem Zeitpunkt im Projekt oft eine große Herausforderung eine neue, passende Konfigurationsmanagement-Strategie auszuarbeiten und umzusetzen. Denn zum Einen besteht ein enormer Zeitdruck, da ein Projektende meist bereits definiert wurde. Zum Anderen sind zu so spätem Zeitpunkt im Projekt oft viele Dinge auch nicht mehr zu ändern.

 

Deshalb möchte ich auf Projektnormen hinweisen. Diese wurden definiert, um solche Probleme im Projekt zu vermeiden. Folgende Normen wären zu berücksichtigen:

 

 

 

Wenn Sie diese Punkte zu einem frühen Projektzeitpunkt beachten und lösen, steht einem erfolgreichen Projekt nichts mehr im Wege. Das weiß wohl jeder gute Konfigurationsmanager der bereits einmal in Software-Projekte involviert war.

 

Für alle Projektverantwortlichen, die sich mit dem Software-Konfigurationsmanagement in Luftfahrtprojekten beschäftigen, illustriert folgende Grafik die verschiedenen Aufgabenstellungen.

 

 

 

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass man das Konfigurationsmanagement auf keinen Fall unterschätzen sollte. Eine solche verantwortungsvolle Aufgabe kann nicht nebenbei erledigt werden. Jedenfalls nicht, wenn sie mit einem problemlosen Projektabschluß rechnen wollen.

 

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