DIN EN ISO 9001:2015 - Normupdate mit Sinn?

January 30, 2020

Als wir uns im Jahr 2014 entschieden haben, unsere relevanten Prozesse und Abläufe gegenüber Kunden und Geschäftspartnern transparent zu machen und uns zertifizieren zu lassen, gab es in der Vorbereitung und auch in der Zeit danach einiges zu tun.

 

1. Zertifizierungsorganisation auswählen

2. Alle zertifizierungsrelevanten Unterlagen zur Verfügung stellen

3. Nach Bedarf ein Voraudit in Auftrag geben

4. Zertifizierungsaudit durchführen

5. Zertifikat erhalten

6. Überwachungsaudits durchführen

7. Rezertifizierungsaudit durchführen

 

Alle 3-5 Jahre gibt es ein Rezertifizierungsaudit bei dem die Wirksamkeit  des gesamten QM-Systems überprüft wird. Der Ablauf entspricht dem eines Erstzertifizierungsaudit. Dieses Jahr wurden wir wieder erfolgreich rezertifiziert. Ein guter Grund, ein Fazit zum Update der DIN-Norm zu ziehen.

 

Warum ist die ISO 9001:2015 für Engineering-Dienstleister sinnvoll?

 

Mit dem Update sollen Unternehmen mehr Freiheiten bei der Gestaltung der Managementsysteme bekommen und gleichzeitig stärker in die Verantwortung genommen werden. Die neue DIN EN ISO 9001:2015 wurde zwar an die übrige ISO-Normenwelt angepasst, jedoch grundlegend überarbeitet. Eine der größten Veränderungen ist z.B., dass es die Person des Qualitätsmanagementbeauftragten nicht mehr braucht, dafür aber die Geschäftsführung mehr in die Verantwortung für Prozesse genommen wird.

 

Wie sieht dieses mehr an Unternehmerverantwortung aus?

 

In Abschnitt 4 der neuen ISO 9001 wird die stärkere Verantwortung der Unternehmen für ihr QM-System deutlich. Auf Basis strategischer Überlegungen muss der Kontext der Organisation definiert werden. Daraus leiten sich dann relevante Rahmenbedingungen ab. Dazu gehört auch, über den Tellerrand hinaus zu schauen, sich mit den interessierten Parteien auseinander zu setzen und deren Anforderungen an das Qualitätsmanagementsystem zu integrieren.

Was ist noch anders?

 

Es ist kein gedrucktes Qualitätshandbuch mehr erforderlich. Stattdessen wird von dokumentierter Information gesprochen, die EDV- oder webbasiert hinterlegt wird. Außerdem erhalten das Prozess- und Risikomanagement sowie das unternehmensinterne Wissensmanagement einen höheren Stellenwert.

 

Wieso ist die Verbesserung des prozess- und risikobasierten Ansatzes gut?

 

Unternehmen sollen durch die Einhaltung der Normvorgaben in die Lage versetzt werden, ein effizientes Prozessmanagement aufzubauen, das dann die gewünschten Ergebnisse erzeugt. Diese zentrale Forderung zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Norm. Immer wieder wird auf die gewünschten Ergebnisse Bezug genommen, die durch einen strukturierten Prozess erzielt werden können. Und diese Ergebnisse wiederum sind zentrale Forderung im Prozessmanagement. Das Ziel eines jeden Dienstleistungsprozesses ist es, Kundenanfragen zu filtern und entsprechend zu bearbeiten. Sei es mit einer Absage an den Kunden oder dem Erstellen eines Angebotes, also mit zwei unterschiedliche Endpunkte. Die Prozesse zu betrachten, einzuhalten und das Risiko stetig zu bewerten, schafft Sicherheit.

 

ISO 9001:2008 vs. 2015 - Unterschiede und Gemeinsamkeiten

 

Während also Themen wie Qualitätsrichtlinien, Leadership, Kompetenzen, Schulung und Sensibilisierung, interne Audits und die Korrekturmaßnahmen nur leichte Änderungen erfuhren, gab es große Anforderungsumstellungen der extern bereitgestellten Prozesse, Produkte und Services, Qualitätsziele und Pläne zur Erreichung derselben.

 

Neu eingefügt und integriert wurden Themen wie Risiken und Chancen sowie Kundenanforderungen. Alles Punkte, die uns als Dienstleister im Alltag begleiten und deren konsequente, qualitätsgeprüfte Steuerung zu einem Mehr an Aufträgen und zufriedenen Kunden führen kann.

 

Wie sehen wir die Änderung der Norm?

 

Durchaus positiv! Denn als inhabergeführtes Unternehmen ist uns die Verantwortung der Prozessschritte quasi bereits seit Gründung und Entstehung der Gesellschaft an die Hand gegeben worden. Hierfür nun einen neu definierten Rahmen zu haben, der die Prozessabläufe und Risiken in den Mittelpunkt stellt, gibt uns Sicherheit.

 

 

 

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